3D-Druck Kosten pro Stunde: So berechnest du deinen Stundensatz

Eine Stunde 3D-Druck kostet mit einem typischen Drucker und PLA rund 0,70 bis 0,80 €. Den größten Teil macht das Filament aus, Strom ist der kleinste Posten. Hier ist die Rechnung Schritt für Schritt, damit du deinen eigenen Stundensatz findest.

Eine Uhr neben einem 3D-Drucker und einem Stapel Münzen

Kurz gesagt: Drucker 500 €, Strom 0,30 €/kWh, PLA 20 €/kg, 25 g Filament pro Stunde: Eine Druckstunde kostet etwa 0,73 €. Ohne Filament, also nur Maschine, Wartung und Strom, sind es rund 0,20 €.

Was in die Kosten pro Stunde gehört

  • Verschleiß: Kaufpreis des Druckers geteilt durch seine Lebensdauer in Druckstunden.
  • Wartung: Düsen, Riemen, Druckplatten und Lüfter, die du pro Jahr ersetzt.
  • Strom: Durchschnittliche Leistung in kW mal Strompreis.
  • Filament: Gramm pro Stunde mal Preis pro Gramm.
  • Fehldrucke: Ein Aufschlag für Drucke, die schiefgehen.

Rechenbeispiel

Ein Drucker für 500 € hält 5.000 Druckstunden. Für Wartung gibst du 60 € im Jahr aus und druckst 1.000 Stunden. Der Drucker zieht im Schnitt 120 W, der Strom kostet 0,30 € pro kWh. Das PLA kostet 20 € pro Kilogramm, der Druck verbraucht 25 g pro Stunde. Etwa 5 % der Drucke gehen schief.

PostenRechnungPro Stunde
Verschleiß500 € ÷ 5.000 h0,10 €
Wartung60 € ÷ 1.000 h0,06 €
Strom0,12 kW × 0,30 €0,04 €
Filament25 g × 0,02 €0,50 €
Fehldrucke5 % auf alles0,03 €
Summe0,73 €
Gestapelter Balken der Kosten einer Druckstunde: Filament 0,50 €, Verschleiß 0,10 €, Wartung 0,06 €, Strom 0,04 € und Fehldrucke 0,03 €, zusammen 0,73 €.
Das Filament macht rund zwei Drittel der Kosten pro Stunde aus. Strom ist mit etwa 5 % der kleinste Posten.

Maschinenstundensatz ohne Filament

Weil der Filamentverbrauch pro Stunde je nach Druck stark schwankt, rechnen viele das Material getrennt. Dann bleibt der Maschinenstundensatz: Verschleiß, Wartung und Strom. So hängt er vom Kaufpreis des Druckers ab, bei 5.000 Stunden Lebensdauer, 0,06 € Wartung und 0,04 € Strom pro Stunde:

DruckerpreisVerschleiß pro StundeMaschinenstundensatz
300 €0,06 €0,16 €
500 €0,10 €0,20 €
800 €0,16 €0,26 €
1.500 €0,30 €0,40 €

Das Material rechnest du dann pro Druck: Gewicht aus dem Slicer mal Preis pro Gramm. Der Filament-Rechner zeigt dir den Preis pro Gramm und pro Meter.

Deine Werte herausfinden

Lebensdauer des Druckers

Eine feste Zahl gibt es nicht. Viele rechnen bei Heimdruckern mit einigen tausend Druckstunden, bevor sich größere Reparaturen oder ein neuer Drucker lohnen. Wer viel druckt, sollte eher vorsichtig rechnen, also mit weniger Stunden.

Stromverbrauch

Die Angabe auf dem Netzteil ist der Höchstwert. Den echten Durchschnitt misst du mit einem Strommessgerät über einen ganzen Druck. Mit dem Stromverbrauch-Rechner siehst du die Kosten pro Stunde, Druck und Monat.

Filament pro Stunde

Teile das Gewicht eines Drucks durch seine Druckzeit, beides zeigt dein Slicer. Ein Druck mit 150 g in 6 Stunden ergibt 25 g pro Stunde.

Stundensatz für den Verkauf

Wer Drucke verkauft, braucht mehr als die reinen Kosten. Zum Maschinenstundensatz und Material kommen deine Arbeitszeit, Verpackung, Gebühren und dein Gewinn. Rechne deine Arbeit getrennt nach Minuten pro Auftrag, denn der Drucker läuft die meiste Zeit allein. Den passenden Preis findest du mit dem Verkaufspreis-Rechner, und was rechtlich dazugehört, steht im Ratgeber 3D-Drucke verkaufen.

Alle Zahlen sind Beispielwerte. Setz deine eigenen Preise, Verbrauchswerte und Druckzeiten ein, dann stimmt das Ergebnis für deinen Drucker.

Häufige Fragen

Was kostet eine Stunde 3D-Druck?

Mit einem Drucker für 500 €, Strom für 0,30 € pro kWh und PLA für 20 € pro Kilogramm kostet eine Druckstunde rund 0,73 €. Davon entfallen etwa 0,50 € auf das Filament. Ohne Filament sind es rund 0,20 € pro Stunde.

Wie viel Filament verbraucht ein 3D-Drucker pro Stunde?

Das hängt stark von Düse, Schichthöhe und Geschwindigkeit ab. Bei üblichen Einstellungen mit 0,4-mm-Düse sind 10 bis 40 g pro Stunde typisch, schnelle Drucker schaffen auch mehr. Deinen Wert bekommst du, wenn du das Gewicht aus dem Slicer durch die Druckzeit teilst.

Gehört meine Arbeitszeit in den Stundensatz?

Nein, rechne sie getrennt. Der Drucker läuft oft stundenlang allein, deine Arbeit fällt nur beim Vorbereiten, Abnehmen und Nachbearbeiten an. Nimm dafür die Minuten pro Auftrag mal deinen eigenen Stundenlohn.

Welchen Stundensatz nehmen 3D-Druck-Dienstleister?

Dienstleister rechnen meist nicht nur nach Druckzeit, sondern auch nach Material, Volumen, Nachbearbeitung und Auftragsgröße. Ihre Preise enthalten Miete, Personal und Gewinn. Deine eigenen Kosten pro Stunde sind deshalb nur die Untergrenze für deinen Preis.