3D-Druck Preis berechnen: Eine einfache Formel für den Verkauf
Kalkuliere den Preis eines 3D-Drucks aus den vollen Kosten, nicht nur aus dem Filament. Rechne deine Zeit, Fehldrucke, Verpackung und Marktplatzgebühren ein und wähle dann die Gewinnmarge, die du willst. Hier sind Formel und Rechenbeispiel.
Die Formel: Preis = (volle Kosten + Verpackung + feste Gebühren) ÷ (1 − Gebühren-% − Gewinnmarge-%). Für einen Druck, der 7,35 € in der Herstellung kostet, mit 0,80 € Verpackung, 10 % plus 0,30 € Gebühren und 40 % Marge ergibt das 16,90 €.
Schritt 1: Die vollen Kosten eines Drucks
Die vollen Kosten sind mehr als Filament. Rechne alles davon ein:
- Filament: Druckgewicht ÷ Spulengewicht × Spulenpreis.
- Strom: Durchschnittliche Watt ÷ 1000 × Stunden × Preis pro kWh.
- Druckerverschleiß: Druckerpreis ÷ Lebensdauer in Stunden × Druckstunden.
- Fehldrucke: Etwa 5 % extra bei 5 % Fehldrucken.
- Deine Zeit: Minuten Arbeit × dein Stundenlohn ÷ 60.
Der 3D-Druck Kostenrechner rechnet im erweiterten Modus alle fünf zusammen. Für einen Schreibtisch-Organizer mit 150 g und 6 Stunden Druckzeit sind das etwa 7,35 €. Die Aufschlüsselung steht im Ratgeber Was kostet ein 3D-Druck?
Schritt 2: Kosten pro Bestellung
Verpackung, Etiketten, Tüten und kleine Extras wie Magnete oder Einsätze gehören zur Bestellung, nicht zum Druck. Im Beispiel kommen 0,80 € dazu.
Schritt 3: Verkaufsgebühren einrechnen
Marktplätze und Zahlungsanbieter nehmen meist einen Prozentsatz vom Verkaufspreis, manchmal plus einen festen Betrag pro Bestellung. Zähl die Prozente zusammen und die festen Beträge ebenfalls. Gebühren ändern sich und unterscheiden sich je nach Land, prüfe also die aktuelle Gebührenseite deiner Plattform. Im Beispiel sind es 10 % plus 0,30 €.
Prozentuale Gebühren werden vom Verkaufspreis abgezogen, nicht von deinen Kosten. Deshalb teilst du durch (1 − Gebühren-%), statt die Gebühr einfach aufzuschlagen.
Schritt 4: Den Gewinn festlegen
Über Gewinn kannst du auf zwei Arten nachdenken:
- Marge ist der Anteil am Preis, den du behältst. 40 % Marge bei einem Verkauf für 16,90 € sind 6,76 € Gewinn.
- Aufschlag kommt auf deine Kosten obendrauf. 100 % Aufschlag verdoppeln die Kosten.
Mit der Marge lässt sich leichter planen, weil die Gebühren schon eingerechnet sind. Viele Verkäufer landen beim Zwei- bis Vierfachen ihrer Filament- und Stromkosten, aber am Ende entscheidet dein Markt.
Rechenbeispiel
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Volle Herstellungskosten | 7,35 € |
| Verpackung | 0,80 € |
| Gebühren | 10 % + 0,30 € |
| Ziel-Marge | 40 % |
| Verkaufspreis | 16,90 € |
| Bezahlte Gebühren | 1,99 € |
| Gewinn | 6,76 € |
| Mindestpreis (Break-even) | 9,39 € |
Die Rechnung: (7,35 € + 0,80 € + 0,30 €) ÷ (1 − 0,10 − 0,40) = 8,45 € ÷ 0,50 = 16,90 €. Unter 9,39 € verlierst du mit jeder Bestellung Geld.
Schritt 5: Den Markt prüfen
Schau, wofür ähnliche Artikel verkauft werden. Liegt dein Preis weit darüber, such nach Einsparungen oder einem Mehrwert, etwa eigene Farben, Namen oder schnellen Versand. Liegt er weit darunter, lässt du wahrscheinlich Geld liegen.
Typische Fehler bei der Preiskalkulation
- Nur mit dem Filament rechnen und die eigene Zeit vergessen.
- Den Gebühren-Prozentsatz auf die Kosten aufschlagen, statt durch ihn zu teilen. Dann fehlt Geld.
- Fehldrucke bei langen oder schwierigen Teilen ignorieren.
- Verpackung und Versandmaterial vergessen.
- Preise nie anpassen, wenn Filament oder Gebühren teurer werden.
- Die Umsatzsteuer vergessen, wenn du kein Kleinunternehmer bist. Dann kommen 19 % dazu.
Das sind Planungszahlen, keine Steuer- oder Rechtsberatung. Was du in Deutschland sonst noch beachten musst, steht im Ratgeber 3D-Drucke verkaufen.